Digitale Teilhabe

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In diesem Artikel will ich auf die in meinen Augen fehlerhaft Sichtweise des ergebnisorientierten Einsatzes von digitalen Medien eingehen. Sie dürfen den Unterrichtszielen nicht im Weg stehen, der Umgang mit ihnen ist jedoch für sich selbst ein immer wichtiger werdendes Ziel, das ein Baustein für die gleichberechtigte Teilhabe am Leben und an unserer Gesellschaft darstellt. 

Falsche Sichtweise

Diskussionen über den Einsatz von Digitalen Medien im Unterricht werden stets geleitet von dem Gedanken, ob man nicht das gleiche Ziel erreichen kann auch ohne digitale Medien. Können die Schüler das gleiche Wissen erlangen. Vielleicht ja! Können die Schüler die gleichen Fähigkeiten erlangen. Natürlich nicht!
Zum Lesen lernen braucht man ein Buch und den Umgang mit neuen Medien lernt man nur mit diesen. Ihr Einsatz dient nicht nur dem Ersatz von analogen Medien, sondern dem Erlernen des Umgangs mit ihnen (Stichwort 4. Kulturtechnik)!


Neue und alte Ziele

Bereits im Lehrplan plus ist ein Schwerpunkt auf neue Kompetenzen wie Kommunizieren, Bewerten, ... gelegt worden und allgemein mehr Kompetenzorientierung gefordert. Zu diesen Kompetenzen kommt nun der Kompetenzrahmen zur Medienbildung hinzu. Dabei ergänzen sich einige Bereiche wie etwas das Kommunizieren.

Die KMK beschreibt das in ihrer Strategie zur Digitalen Bildung folgendermaßen: „Unterrichtsziel ist vermehrt der Erwerb der Kompetenz zur Nutzung digitaler Arbeitsmittel und -techniken. Dieses bedingt aber auch neben dem Verständnis für digitale Prozesse die mittelbaren Auswirkungen der weiter voran schreitenden Digitalisierung. Das heißt nicht nur die Wissensvermittlung ist Ziel des Unterrichts, sondern auch die Kompetenzvermittlung. Das Bewerten einer Situation und ihren Folgen auch im Netz.


Äpfel und Birnen

Will man über Erfolg oder Misserfolg beim Einsatz dieser neuen Möglichkeiten entscheiden, so müssen also in erster Linie die gewonnen Kompetenzen der Gradmesser sein und nicht allein das gewonnene Wissen. Jeder andere Vergleich hinkt hier gewaltig. Natürlich dürfen die restlichen Unterrichtsziele und wichtige Kompetenzen wie das Bewerten, Modellieren usw. nicht vernachlässigt werden. Gerade dafür ist auch immer noch eine Wissensbasis notwendig. Aber genau das behauptet auch keiner! Trotzdem ist der Erwerb digitaler Kompetenzen für sich ein eigenes Unterrichtsziel. Unterrichtseinheiten die diese Hauptziel verfolgen müssen bei ihrer Evaluation auch dahingehend geprüft werden. 


Alle Lehrer

Wer jetzt immer noch denkt, dies wäre Aufgabe gewisser Fächer, der vergisst, dass alle Lehrer einen Auftrag erhalten haben: „Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule ist, Schülerinnen und Schüler angemessen auf das Leben in der derzeitigen und künftigen Gesellschaft vorzubereiten und sie zu einer aktiven und verantwortlichen Teilhabe am kulturellen, gesellschaftlichen, politischen, beruflichen und wirtschaftlichen Leben zu befähigen.“ Dieser Auftrag ist nicht zu unterschätzen und gerade die Ereignisse der letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass vor allem auch im gesellschaftlichen und politischen Bereich eine digitale Mündigkeit wichtig ist.

Fazit:

Der Umgangs mit digitalen Medien und das "Bewegen" in sozialen Netzwerken sind Fertigkeiten die auch im Unterricht ein eigenes Unterrichtsziel sind. Sie dürfen zwar nicht auf Kosten der Wissensvermittlung eingesetzt werden, aber genauso dürfen sie auf Kosten der Wissensvermittlung oder anderen Ziele auch nicht kategorisch weggelassen werden. 

Wer die Aufgabe Schülerinnen und Schüler auf ein Leben in unserer Gesellschaft vorzubereiten und ihnen eine vollwertige Teilnahme am politischen, wirtschaftlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen ernst nimmt, kann die digitalen Medien, die sozialen Medien usw. nicht außen vor lassen.

Will man Unterrichtseinheiten fair bewerten so muss man akzeptieren, dass auch das Erlernen bestimmter Techniken ein Ziel sein kann. Das war übrigens auch beim Rechnen, Schreiben und Lesen schon immer so. 

Der Artikel 131 (1) hat immer noch seine Gültigkeit. Schulen sollen nicht nur Wissen und Können (Kompetenzen), sondern auch Herz und Charakter (Stichwort Medienethik) vermitteln. Das ist Aufgabe aller Fächer.

Ideengeber

Bildung in der digitalen Welt, Professor Kerres

Bildung in der digitalen Welt, Strategie der Kultusministerkonferenz

Lehrplan Plus Bayern

 

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