Medienprobleme im Wandel der Zeit

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Da neue Medien immer wieder auf dem Prüfstand stehen und auch nicht immer so funktionieren wie man es sich wünscht, habe ich mich auf Zeitreise begeben, um der Frage nachzugehen: „War früher alles besser?“

Kreide-und Tafelzeit

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit im Referendariat. Als erstes lernten wir im Physikunterricht, dass man mit der hinteren der beiden Tafeln beginnen muss, damit man sich beim Verschieben nicht selbst im Weg steht. Irgendwie hat man aber trotzdem immer wieder den ersten Eintrag verdeckt. Und die Kreiden waren von Schule zu Schule oder auch von Jahr zu Jahr anders. Da gab es wie bei digitalen Medien erhebliche Qualitätsunterschiede. Von der nahe am Stift befindlichen Kreide, fein und mit dem optimalen Abrieb, bis hin zur Straßenkreide, so dick wie ein kleiner Meißel und nach Unterrichtsende waren ohne Nivea-Creme bald die Hände rau wie Schleifpapier.

Es gab zwar keine Übertragungsprobleme, trotzdem konnten diese nicht immer verwendet werden. Entweder hatte ein Tafeldienst die Kreide in Tafelwasser aufgeweicht oder es war keine Kreide mehr da. Ich erinnere mich noch an Konferenzen, in denen festgelegt wurde zu welchen Zeiten Kreide aus dem Sekretariat geholt werden durfte! Ja so wie heutzutage der Akku leer werden kann, wurden damals die Kreideschüssel oder Becher leer.

Apropos Tafeldienst: Im Klassenzimmer war deren Arbeit noch gut organisiert, wenn sie die grüne Tafel nicht gerade in ein whiteboard verwandelt haben und alle Personen im Umkreis von 1Meter beim Tafel öffnen mit Kreidewasser geweiht haben, so war diese für den nächsten Lehrer benutzbar. Aber wie sah es in den Fachräumen aus? Zum Studenwechsel verschwanden die Schüler oft schneller als bei einem Feueralarm und mit ihnen auch der Tafeldienst. So durfte der Lehrer selbst wischen und konnte sich höchsten mit einer Verlängerung der Entflohenen trösten. Schöne alte Zeit!

Overheadzeit:

Zeitgleich besaßen wir auch einen Projektor, Overhead oder wie auch immer genannt. Eine tolle Technik von der sich gerüchteweise noch heute einige Kollegen schwer trennen können. ;) Man kopierte sein Material auf eine Folie und verschmolz dabei die eine oder andere Walze des Kopierers, wenn Schreib- statt Druckfolien verwendet wurden, so dass der Kopierer ein paar Tage außer Gefecht gesetzt wurde. 

Schreiben konnte man wunderbar auf diesen Folien, vorausgesetzt man besaß einen ausreichend gefüllten Folienstift. Erkältungskrankheiten wurden durch die Wärmelampe kuriert und auch die Netzhaut wurde bei einem unvorsichtigen Blick Richtung Schüler von der Projektorlampe kräftig durchleuchtet. Das gab den Schülern Gelegenheit einige Minuten unbeobachtet zu sein, bis sich diese wieder beruhigt und die Pupille sich wieder geweitet hatte. Ein angenehmes Hintergrundgeräusch des vielleicht schon in die Jahre gekommenen Lüfters erzeugte eine gute Atmosphäre und eine überhitzte Lampe sorgte für kurze Pausen. Auch Animationen waren möglich mit den sogenannten Klappfolien, falls die noch jemand kennt. Forschergeist wurde auch geweckt auf der Suche nach einer passenden Projektionsfläche und auch die Gesetze der Physik wurden bei der Größeneinstellung des Bildes erkundet, indem man diese mittels Vergrößerung/Verkleinerung durch die Entfernung zur Wand einstellte. Natürlich waren eine entsprechende Kabellänge und freie Wege vorausgesetzt.

Bereits hier war Medienkompetenz gefragt. Und natürlich war Verlass, wenn nicht gerade die Birne durchgebrannt, die Klapp oben locker war oder es sich um einen Teilzeit Projektor handelte. (Info: Teilzeitprojektoren stellten nach ca. 10Minuten ihren Betrieb ein und konnten erst nach einer zufälligen Zeitdauer wieder eingeschaltet werden). Bereits damals wurden Projektoren von Klassenzimmer zu Klassenzimmer von Lehrer „getauscht“ wie heute der eine oder andere Lautsprecher. Schöne alte Zeit!

Fazit:

Mit diesem  Artikel will ich zeigen, dass jede Mediennutzung gewisse Kompetenz erfordert hat und wird, so wie es auch damals Hürden gab und mögliche Schwierigkeiten eingeplant werden mussten. Man kann nicht alles gleichwertig vergleich, aber darum geht es mir nicht. Vielleicht ist das ein Trost für den ein oder anderen, wenn das nächste mal das wlan streikt! ;)

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