Erfahrung StopMotion

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Aufgefordert durch folgenden Post werde ich kurz meine Erfahrungen mit StopMotion schildern.

 

Ich gehe davon aus, dass Sie bereits StopMotion kennen. Wenn nicht, eine kurze Beschreibung: Es handelt sich bei StopMotion um eine spezielle Filmtechnik der Einzelbildanimation. Dabei werden die einzelnen Bilder einer unbewegten Szene zu einem Film zusammengefügt, um den Eindruck einer Bewegung zu simulieren. Diese Szenen können etwa Legofiguren oder Knetmassefiguren sein. Genauso kann man auch Gegenstände aus dem Alltag oder Textbausteine, Zeichnungen usw. verwenden. Der Unterschied zu einem animierten gif dabei ist, dass der zeitlich Ablauf und auch die Übergänge so abgestimmt sind, dass diese noch etwas echter wirken. Außerdem erhält man als Ausgabeformat ein Videoformat mit in der Regel 24fps (Bildern pro Sekunde). Diese Geschwindigkeit kann jedoch bei den meisten Apps eingestellt werden. Genaueres bei Gelegenheit in einem Extraartikel zu StopMotion. 

Meine Ausgangssituation:

In der 8. Klasse führe ich in Informationstechnologie das Modul Multimedia durch. Inhalt dieses Moduls ist Bildbearbeitung (Wiederholung), Audio, Animation und Video. Als Baustein habe ich hier StopMotion-Video Technik eingefügt.

1. Stunde: Nach dem ich verschiedene Beispiele (Animation von Gegenständen, Legetechniken oder einfache Texte) vorgestellt habe und den Schülern die App StopMotion erklärt habe, wurden die ersten Beispiele produziert. Dazu durften nur Alltagsgegenstände verwendet werden. Es entstanden Animationen von Bleistiften die sich scheinbar von selbst spitzten, Stifte die sich von Geisterhand türmten und z.B. dieser Schuh.

Bereits in der ersten Stunde war für mich klar erkennbar, wie sehr diese Technik die Kreativität der Schülerinnen und Schüler anregte und auch ihre Motivation war sehr hoch. Die Technik und die App sind so simpel, dass ca. 10min ausgereicht haben und alle Gruppen sehr schnell zur Produktionsphase übergingen.

2. Stunde: Nun erhielten sie einen konkreten Auftrag. Der Inhalt war jedoch fachlich offen:

Erstelle ein Video zu einem Thema aus deinem Unterricht. Du kannst sowohl das Fach als auch das Thema frei wählen. 

Auch hier lieferten die Schüler sehr interessante Produkte ab, wobei ich zugeben muss, dass die Streuung groß war. Einige Schüler überlegten sich schöne Themen und setzten diese sehr gut um, bei anderen war es eine reine Textfolge die entstand. Gut gefallen hat mir die Idee mit Planetenbewohnern, die ihre Planeten vorstellten. 

Fazit:

Die Motivation der Schüler in diesen Stunden war erstaunlich und auch die in kurzer Zeit erreichten Ergebnisse. Man konnte erkennen wie dieses Tool die Kreativität der Schüler erweckt hat. Frei nach Mitchel Resnick, dem Erfinder von scratch:

„...many of our best learning experiences come, when we are engaged in designing and creating...“ 

Leider hatte ich das Projekt am Ende des Schuljahres angelegt und da mir die Folgestunden aufgrund von Erste Hilfe Kurs, Wandertag,... ausfielen konnten wir nicht weiter daran arbeiten. Trotzdem werde ich auch bei nächster Gelegenheit wieder diese Methode testen, sie hat sich für mich sehr bewährt.

Einsatzmöglichkeiten:

- Szenen aus Geschichten/Märchen/Büchern oder auch Verhaltensweisen nachstellen

- Zusammenfassung Themen durch Schüler

- Rechenwege als Text durch Schüler auf einem Block

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