Digitalisierung von Schulen? Wie geht das denn? Ein Zwischenbericht!

am .

Ja ich wollte Sie mit dieser Überschrift etwas herausfordern. Natürlich können Schulen nicht in Strom an Strom aus (1 und 0)verwandelt werden. Aber genauso ungeeignet ist dieser Begriff, wenn man mit einem Wort den Veränderungsprozess beschreiben will, den Schulen und der darin stattfindende Unterricht durchmachen muss. Daher will ich ein paar Bereiche in den Mittelpunkt rücken, die auch im Zuge der Diskussion über Förderprogramme und deren Umsetzung etwas untergegangen sind. 

Viele dieser Gedanken stammen zuvörderst nicht von mir, daher werde ich auch den ein oder anderen Urheber benennen. Es sind für mich einfach nur ein paar Kernpunkte, die jeder kennen sollte, der mit Schule zu tun hat. Es sind Vorstellungen und Ideen, die ich im letzten Jahr in dem unvergleichlichen Twitterlehrerzimmer gesammelt und gewonnen habe. Denn glücklicherweise haben sich viele Menschen bereits mit dem Thema beschäftigt, als es in den Medien und im allgemeinen Bewusstsein noch kaum wahrnehmbar war. 

Mir ist sehr wichtig, dass wir bei Diskussionen zum Thema "Bildung in einer digitalisierten Welt" (wie sie Prof. Dr. Kerres bezeichnet) uns nicht zu stark auf die Technik und die eingesetzten Geräte fokussieren. Diskussionen handeln oft davon, ob dieser oder jener PC eingesetzt werden kann oder welches Präsentationsmedium das beste ist. Eine gute Ausstattung und so elementare Dinge wie wlan sind natürlich erforderlich. Dabei wird aber viel zu oft der Gedanke der Allgemeinbildenden Schule vergessen. In der Gesellschaft sind digitale Medien, soziale Netzwerke usw. nicht mehr wegzudenken. Jeder von uns ist beeinflusst von ihnen und bewusst oder unbewusst in irgendeiner Form in Kontakt mit ihnen. Daher ist es wichtig, dass wir unsere Kinder und Jugendlichen darauf vorbereiten. Wie es die Gesellschaft für Informatik und unter anderem Beat Doebeli so schön ausgedrückt haben mit den drei Perspektiven, veranschaulicht im Dagstuhl-Dreieck:

CC-BY-SA Beat Döbeli Honegger und Renate Salzmann

Jeder sollte wissen wie etwas funktioniert (Technische Perspektive), welche Wirkung es hat (gesellschaftlich-kulturelle Perspektive) und wie ich es nutzen kann (anwendungsbezogene Perspektive). 

So müssen Schüler mit den neuen Techniken und sozialen Netzwerken vertraut gemacht werden, sie müssen lernen welche Wirkung diese auf die Menschen haben und wie sie dieses Wissen und diese Technik anwenden können. So weist beispielsweise Professor Spannagel darauf hin, dass es ein Fehler ist, wenn Schule nur auf die Gefahren hinweist. Schule muss sowohl die Risiken als auch die Chancen gewisser Techniken betrachten. Daher ist es die Aufgabe aller Lehrer dieses Wissen zu vermitteln und keiner kann sagen er ist nicht zuständig, nur weil er technisch nicht so versiert ist. Gerade im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich besteht die Verpflichtung, die Schüler vorzubereiten. Sie müssen lernen wahre von falschen Nachrichten zu unterscheiden. Die große Fülle an Informationen entsprechend zu filtern. 

Was muss ein Lehrer dazu können. Eine sehr einfache und meines Erachtens treffende Beschreibung ist das TPACK-Modell. Der Kern dabei ist, dass die größte Herausforderung sein wird, diese drei Bereiche sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Sozusagen die Meisterdisziplin eines Lehrers wird es sein, Technologisches Wissen mit pädagogischen Geschick einzusetzen und damit Wissen und Können zu vermitteln.

TPACK Modell

image ©2012 by tpack.org

Die "Digitalisierung geht nicht mehr weg" wie es Ines Bieler formuliert hat und auch wenn wir diese Tatsache ignorieren und an alten Ritualen festhalten oder der guten alten Zeit nachtrauern, haben wir die Aufgabe uns mit den neuen Begebenheiten vertraut zu machen und dieses Wissen mit der Jugend zu teilen oder uns von ihnen ihre Sichtweise schildern zu lassen. Die Schüler sind nicht so versiert, wenn es um den richtigen Umgang mit Medien geht als manche denken und es ist Aufgabe der Schule in diesem Bereich Grundlagen für alle Kinder zu schaffen, da viele Eltern dazu nicht in der Lage sind. 

Im Unterricht und zu Hause können neue Medien Hilfen und neue Anreize bieten. Jedoch ist jede Technik und jede Software nur so gut, wie die Planung und der gezielte Einsatz dazu. Außerdem sollte man um vor Enttäuschungen gewappnet zu sein immer daran denken, dass natürlich im Laufe der Zeit jedes tool, jedes Werkzeug oder jedes tablet wie viele Produkte einem Hypezyklus unterworfen sind, so dass man durch Abwechslung und Methodenwechsel die Spannung hoch halten muss. Viel Spaß und Erfolg dabei!

 

Von Idotter - http://en.wikipedia.org/wiki/File:Gartner_Hype_Cycle.svg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7560534