Was sagt mir der Bericht von Hr. Lesch?

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Der Bericht von Harald Lesch ist weder richtig noch falsch, sondern er bietet Anlass zur Diskussion. Daher will ich auf die Thesen und Inhalte eingehen und meine ganz persönliche Erkenntnisse, die ich aus diesen ziehen kann, festhalten. Man sollte generell versuchen jegliche Berichterstattung objektiv zu betrachten und eigene und fremde Ideen kritisch prüfen.

These 1: Als erstes wird kritisiert, dass digitale Medien zu oft mit dem einfachen Belohnungssystem arbeiten. Das hat zur Folge, dass sich, so die These, Menschen weniger konzentrieren können. Es wird vor allem der Medienkonsum in geringem Alter kritisiert.

A: In diesem Punkt stimme ich dahingehend zu, dass Kinder im Vorschulalter tatsächlich nur in geringem Umfang Medien nutzen sollen. Eine mitunter sehr lange Nutzung bereits im Kleinkindalter ist meines Erachtens zu vermeiden. Der kurze Ausschnitt der Studie zum "Abtrainieren" einer Konzentrationsstörung hat mich zwar nicht überzeugt, denn wenn das Kind tatsächlich immer den gleichen Test machen musste, könnte es auch nur einfach besser in diesem Test geworden sein oder!?

These 2: Singapur schneidet in der Pisa Studie am besten ab. Das ist scheinbar ein Indiz, dass das Schulsystem dort sehr erfolgreich ist. Betrachtet man das System genauer, stellt man fest, dass massiv Nachhilfestunden in Anspruch genommen werden und ein durchschnittlicher Schüler auf 13 Stunden Lernzeit täglich kommt. Zugleich haben Arbeitgeber Schwierigkeiten geeignete kreative und mündige Arbeiter zu finden, die Probleme lösen können, für die es noch keinen festen Ablauf gibt. Am Ende des Ausschnitts wird jedoch Singapur wieder als vorbildlich dargestellt.

A: Hier wird meines Erachtens etwas zwiespältig argumentiert. Zwei persönliche Erkenntnis kann ich jedoch aus diesem Bericht ziehen. Dass zum einen eine Schulstudie nicht das ganze Leben untersucht (vergleiche die große Belastung). Zum anderen stellt sich die Frage, ob die Pisa Studie geeignet ist, kreative Prozesse und Kompetenzen zu prüfen, die ein Arbeitgeber der Zukunft benötigt.

These 3: In der FlippedClassroom-Methode wird ermöglicht, dass der Lehrer als Coach und Moderator auftritt. Als Problem wird genannt, dass bei einer Anwendung durch mehrere Lehrer die Vorbereitungszeit mit Videos zu Hause eine enorme Zeit in Anspruch nehmen würde.

A: Zu diesem Element des Beitrags will ich nur anmerken, dass es auch andere Methoden gibt, die es ermöglichen, dass der Lehrer als Moderator oder Coach auftritt. Der FlippedClassroom ist eine davon.

These4: Bei einem Lesevergleich digital gegen analog wurde folgendes festgestellt:

- Bei digitalen Lesen erhält man schneller einen Überblick, aber man liest nicht so genau und verlernt das Lesen von komplexen Inhalten.

- Beim Vergleich eines Buches mit dem E-Book Reader hatten die digitalen Leser Probleme bei der zeitlichen Abfolge.

A: Die erste These fand ich sehr interessant und ich kann mir vorstellen, dass beim digitalen Lesen tatsächlich die Stärke des schnellen Erfassen besser ist. Tatsächlich bevorzuge ich beim genauen Lesen oder Korrekturlesen von längeren Texten ebenfalls einen ausgedruckten Text.

In der zweiten Studie wird meines Erachtens der Fehler gemacht, dass das einfache Lesen als geeignete Methode für zwei verschieden Medien genutzt wird. Zum Einen empfinde ich bereits für das Buch die Methode nicht ausreichend. Wenn der Proband mit Text arbeitet, sollte er auch Stellen markieren oder sich Notizen machen dürfen. Und im Falle eines digitalen Medien sollten ebenfalls weitere Techniken und Elemente genutzt werden. Ein Vergleich eines reinen Lesens ist meines Erachtens daher nur von bedingtem Wert. Das bedeutet, wenn wir neue Formen einer Quelle haben, so müssen wir auch neue Formen auf die Erarbeitung anwenden. Was nicht automatisch bedeutet, dass dadurch die digitalen Medien jeden "Wettstreit" gewinnen werden. Einen Wettstreit der übrigens unnötig ist, denn eine vielfältige Herangehensweise an ein Problem ist meines Erachtens immer ein Gewinn.

Fazit:

Herr Lesch spricht davon, dass die Kinder und die Bildung das kostbarste Gut sind und da hat er vollkommen recht. Auch dass er die Bedeutung der Lehrperson heraushebt gefällt mir.  Erkenntnisse die bei mir dieser Bericht gefördert oder neu erzeugt hat sind beispielsweise:

  1. Das Kind sollte immer im Mittelpunkt stehen und Lernen darf nicht Zerstören, was alles zu einer schönen Kindheit gehört. Erfolge hin oder her.
  2. Lernerfolg und Kompetenzvermittlung sind nicht immer gleich und auch nicht einfach zu messen, wie das Beispiel Singapur gezeigt hat.
  3. Alte bewährte Techniken und das Ansprechen aller Sinne stehen einer digitalen Bildung nicht entgegen. Sie bilden mit ihr zusammen ein abwechslungsreiches Unterrichten.
  4. Wenn wir neue Medien nutzen, sollten wir auch die neuen Möglichkeiten nutzen, um individuell die besten Lösungen zu finden. Kreativität und Kollaboration sollte -egal ob analog oder digital- so oft wie möglich integriert werden.

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